Inselgeschichten
Eindrücke vom Leben auf der Insel Kythera
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Ti na Kanoume

März 5, 2013

17. Juni 2012 nach dem Scheitern einer Regierungsbildung finden neuerliche Parlamentswahlen statt. Die Nea Dimokratia wird stärkste Partei mit 29.7 Prozent, gefolgt von der Syriza mit 26, 9 %. ND- Chef Antonis Samaraas wird Primierminister einer grossen Koalition mit der Pasok und der Dimar (Demokratische Linke) (vgl. Woz, Le Monde diplomatique Februar 2013 Dossier Griechenland)

Es ist nicht klar, ob es die Hitze oder der stetige Wind ist,
langsam aber sicher kommt dieses Gefühl der Schwerelosigkeit.
Sigar, sigar, langsam, langsam. Mensch reg dich nicht auf.
Morgen geht es doch auch noch.

Und das passiert mir! Sie haben mir es vorausgesagt. Und es ist gut so.

Ich bleibe länger beim Nachbarn als gedacht.
Setze mich noch ein wenig an den Hafen und sehe die Schiffe vorbeifahren und summe gedankenlos den Ohrwurm von Otis Redding.

Es ist möglicherweise etwas dick aufgetragen………aber es geht mir gut. Saugut!

Dieses „than pirasi“ ….“das macht doch nix“, das, was mich schon oft zur Weissglut gebracht hat, als es um wirklich (?) wichtige (?) Termine, Arbeiten oder Verabredungen ging, die dann plötzlich platzten, weil der Wind, die Fähre, die Grossmutter oder was weiss ich denn dazwischen standen…….dieses „than pirasi“ wirkt auf mich jetzt fast therapeutisch!
Ne!
Der Blick fürs „Jetzt“, das Gefühl für das Wesentliche, nämlich die für Liebsten und die damit verbundene Gelassenheit, naja, das, was wir früher so neidisch „mediterrane Lebensweise“ beschrieben haben, das hat was!!!
Immer noch!

Nun,
ich will auf dem Boden bleiben und die Sache nicht verklären.
Deutlich grenze ich mich von dem „Ti na kanoume“ ab.
Mit diesem fatalistischen „was können wir denn machen“……., das griechische „inch allah“, das herhalten muss, wenn es darum geht, sich aus der Verantwortung zu stehlen oder wenn die höheren Kräfte halt wieder mal die Hände im Spiel haben, und ich, ach so klein, so machtlos, einfach, nicht anders kann als das das Motorenöl in die Landschaft zu schütten oder die Nea Dimokratia zu wählen…….. mit diesem „ti na kanoume“ will ich nichts zu tun haben.

Aber, im Ernst, die Syriza ist ja nun wirklich ein zusammengewürfelter Haufen und das Programm voller haltloser Versprechungen.
Wie schon immer bei all den Anderen!
Und dann die Angst vor dem Ungewissen, der Drachme, dem Ruin und, vielleicht könnte es ja doch noch schlimmer werden, es wurde ja von der ganzen „westlichen Welt“ heraufbeschworen……dann käme das Chaos! Völlig!
Jetzt sind die alten Gangster an der Macht!
Wieder einmal!

Ti na kanoume.