Inselgeschichten
Eindrücke vom Leben auf der Insel Kythera
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Das Glück im Westen

Mai 30, 2016

Bis zum 26. November flüchteten ca. 721.000 Menschen über die Türkei nach Griechenland.

Mehr als 3000 Menschen starben (und sterben !)beim Versuch das Mittelmeer mit faktisch ungeeigneten Booten zu überqueren.

Die griechische Regierung ist völlig überfordert.

Die Situation auf den östlichen Inseln, in Athen und an der Grenze zu Mazedonien ist menschenunwürdig und spitzt sich täglich zu!

Es wird ernsthaft diskutiert Griechenland aus dem Schengenraum „zu werfen“ und die „Schengengrenze“ ab Mazedonien zu sichern.

Die „Balkanroute“ wird ohne Einbezug Griechenlands geschlossen!! Griechenland wird zur „Sackgasse“ In Idomeni erleben Flüchtlinge ein unsäglichen Elend, versinken im Matsch, haben kaum zu essen, frieren Nachts unter improvisierten Zeltplanen und wissen weder ein noch aus.

Das Camp bei Idomeni wird in der letzten Maiwoche 2016 geräumt. Die Menschen werden in oft völlig unzulänglichen sogenannten Hotspots ohne Perspektive kaserniert.

Das Glück im Westen

Ein wunderschöner Tag.
Einige kleine Schäfchenwolken ziehen vorbei.
Die Sicht zur Peloponnes ist fantastisch.
Majestätisch durchqueren ein, zwei grosse Frachter die Meerenge.
Ein Hund bellt.
Knatternd stört ein durchlöcherter Motorradauspuff die Idylle.
Dann wieder Ruhe.

Die meisten Geschäfte machen erst um 6 Uhr auf.
Die Metzgersfrau schwatzt mit Dimitri, dem Koch.
Der Besitzer des Kafenions repariert einen Stuhl.
Drei Männer spielen daneben Tavla und schlürfen Kaffee.
Katharina langweilt sich im Magazin. Ihre Kollegin ist in Athen.
Jetzt muss sie fast 10 Stunden täglich das Geschäft hüten.
Hier findest du alles, was du brauchst, aber am Nachmittag im Mai kannst du die Kunden an einer Hand abzählen.
Die Farben wechseln langsam vom Gelb des Ginsters in das Hellblau des bühenden Thymians, ein überraschend intensives Blau.
Von einem Tag auf den anderen ist es Sommer.

Es ist friedlich auf Kythera.
Die Insel liegt im Westen.

Nachtrag:

Egal ob wir in “Heile – Welt – Ecken” in Griechenland, Österreich, Deutschland oder in der Schweiz sind.
Es darf nicht sein, dass wir uns an die Schrecklichkeiten und Unmenschlichkeiten  schleichend gewöhnen.
Wir sind mitten drin! Überall! Egal wo wir sind!

Nur, der Norden ist näher an der Verantwortung!

In der “Heilen Welt des Nordens” werden die Rüstungsgüter produziert und exportiert!
Von dort aus kann grünes Licht für sichere Fluchtwege gegeben werden.
Dort gibt es die wirtschaftliche Kraft, die das Elend mindert!

Es sind unsere Regierungen, die  entscheiden, was z.B. in den “Hotspots” passiert.
“Unsere Repräsentanten” werfen den Griechen vor, die Grenzen nicht “wirkungsvoll” zu “schützen” und fordern noch mehr abschreckende Massnahmen, um nicht “die falschen Signale zu senden”.